23 | 06 | 2018

21.03.2018 JHV: Feuerwehr Pfungstadt und Verein

Wehrführer Huber bemängelt fehlendes Vertrauen „der Politik“ in Führungskräfte der Feuerwehr

Am Freitag, dem 16.03.2018 fand die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Pfungstadt statt. Im Zentrum des Abends standen dabei die Berichte des Wehrführers Peter Huber und des Vereinsvorsitzenden Sandro Pollicino. Huber betonte dabei die verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Kommunalpolitik und Feuerwehr, bemängelte aber fehlendes Vertrauen in die Führungskräfte. Neben verschiedenen Mitgliedern der städtischen Gremien konnte insbesondere Bürgermeister Patrick Koch und Stadtverordnetenvorsteher Oliver Hegemann begrüßt werden.

180321 Gruppenfoto JHV BJ 2017

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilung blickte Wehrführer Peter Huber auf die Statistiken des vergangenen Jahres zurück. So verrichteten 94 Einsatzkräfte (85 Männer, 9 Frauen) insgesamt 200 Einsätze. Dabei konnten 31 Personen gerettet werden, was eine Steigerung von 11 im Vergleich zum letzten Jahr darstelle, so Huber. Interessant sei die Frage, auf welchem Weg die Einsatzkräfte zu Mitgliedern der Einsatzabteilung wurden. Demnach stammen ca. 50% der Wehr aus der Nachwuchsschmiede „Jugendfeuerwehr“, was die Bedeutung dieser hervorhebe.
Beim Thema Investitionen wies Huber auf die Eigenleistung beim Ausbau des Abrollbehälters Umweltschutz/ technische Hilfeleistung und des Einbaus neuer EDV in den Einsatzleitwagen hin. Dadurch konnten Kosten eingespart werden, die sonst die Stadt hätte tragen müssen.
Beim Ausblick auf 2018 betonte Huber die Bedeutung der Kameradschaft innerhalb der Wehr. „Ohne die Wahrung der Prinzipien der Kameradschaft, bricht eine Freiwillige Feuerwehr unweigerlich zusammen.“, so der Wehrführer.
Neben den Einsatzkräften bedankte sich Huber vor allem bei der Politik für die verbesserte Zusammenarbeit im Vergleich zum Jahr 2016. Durch sachliche Gespräche mit den politisch Verantwortlichen aller Parteien konnten diverse Lösungen für langfristige Projekte gefunden werden. Allein das Thema Vertrauen stelle noch ein Problem dar, das insbesondere die Führungskräfte der Wehr „ins Herz steche“. Da den Politikern auch im Ernstfalle nichts anderes übrig bliebe, als den Kameradinnen und Kameraden zu vertrauen, solle sich das auch bei der fachlichen Beratung wiederspiegeln.

Der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Tim Heldmann berichtete über das vergangene Jugendfeuerwehrjahr. Insgesamt 28 Jugendliche (24 Jungen, 4 Mädchen) trafen sich zu 40 Terminen, zu denen neben den 33 Übungsabenden auch Aktivitäten wie das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager, Erlebnistage oder verschiedene Wettbewerbe auf dem Programm standen. Bei der Ausbildung stehen sich dabei feuerwehrtechnische Ausbildung und allgemeine Jugendarbeit im Verhältnis 50/50 gegenüber. In diesem Jahr wurde daher vor allem im Rahmen aktueller gesellschaftlicher Themen der respektvolle Umgang untereinander und Teambildung ins Zentrum der Ausbildung gestellt. Besonders unterstrich Heldmann die Zusammenarbeit mit der Kinderfeuerwehr. Durch diese würde schon im jungen Alter eine große Identifikation mit der Feuerwehr geschaffen, und somit höhere Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehr erreicht. Durch diese Identifikation engagierten sich die Jugendlichen schließlich stärker und länger in der Jugendfeuerwehr, die als einzige und vielfältige Organisation in Konkurrenz zu anderen Freizeitaktivitäten stehe, und würde in Zukunft mehr Übertritte in die Aktive Wehr bedeuten. Zum Abschluss dankte Heldmann unter Anderem dem Verein für seine Unterstützung im vergangenen Jahr, ohne die die Veranstaltungen nicht ohne erhebliche Aufwendungen der Eltern finanzierbar seien.

Jennifer Kabot, die Teamleiterin der Kinderfeuerwehr „Löschwölfe“ blickte im Anschluss ebenfalls auf das Jahr 2017 zurück. So zähle die Gruppe 25 Kinder, die im vergangenen Jahr viel zusammen erlebten. Neben feuerwehrtechnischen Themen wie „Brennen und Löschen“ oder Erste Hilfe fand zu 65% allgemeine Jugendarbeit statt. So konnten die Kinder ein echtes Feuer löschen, Laternen basteln oder Spieleabende mit der Jugendfeuerwehr verbringen. Den Austausch zwischen Dieser und den Löschwölfen sieht sie als elementar an, da es die Kinder langsam, mit der Jugendfeuerwehr vertraut mache.

Darauffolgend fanden Ehrungen und Beförderungen statt. So wurde Tatjana Dintelmann für 10 Jahre aktiven Feuerwehrdienst von der Stadt Pfungstadt mit der Ehrenmedaille in Bronze ausgezeichnet. Nils Hottes wurde für 20 Jahre mit Silber und Josef Gross für 30 Jahre mit Gold geehrt. Befördert wurden Michael Oechler zum Feuerwehrmannanwärter, Dennis Bacher, Tim Bleier, Kevin Junge, Yusuf Karaahmetoglu, Marc Legscha und Talha Kasimoglu zum Feuerwehrmann, Jermain Weber zum Oberfeuerwehrmann, Tanjo Bang zum Hauptfeuerwehrmann und Kai Schütz zum Löschmeister.

Im weiteren Verlauf wurde ein neuer stellvertretender Jugendfeuerwehrwart gewählt, da Tim Heldmann aus beruflichen Gründen ausschied. Hier wurde einstimmig Tatjana Dintelmann zur Stellvertreterin gewählt.

Im Anschluss fand die Jahreshauptversammlung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Pfungstadt statt. Vorsitzender Sandro Pollicino ließ dabei das vergangene Jahr Revue passieren. So organisierte der Verein einen Tag der offenen Tür, an dem sich die Feuerwehr dem Bürger deren Arbeit präsentieren konnte und der Verein über seine Leistungen informierte. Ebenso richtete er zum 40. Mal das Feuerwehrfest im September aus. Highlights waren hier, neben dem Grillfest am Samstagabend, sonntags Spiele für die Kleinen und Übungen am Löschtrainer für die großen Gäste.
Besonders hervor hob Pollicino die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Verein der Feuerwehr Pfungstadt-West. Der Austausch sei unkompliziert und konstruktiv.
Ebenso ging der Vorsitzende auf die Investitionen ein. So wendete der Verein 2017 rund 20.000 € für die städtische Einrichtung Feuerwehr auf. Wäre das nicht möglich gewesen, so hätten diese Gelder über den Haushalt der Stadt finanziert werden müssen. Dementsprechend handelte der Verein zum Wohle der Bevölkerung, indem er der Stadt Einsparungen beschert, die an anderer Stelle genutzt werden könnten. Die Mittel flossen vor allem in die Verbesserung des Digitalfunknetzes innerhalb der Stadt, elektrische Einsatzführung, den Umbau des Abrollbehälters Umwelt/ Technik sowie die Jugendarbeit. Die Mittel dafür wurden durch den Erlös aus Verkäufen von Altgerätschaften, die dem Verein vom Magistrat für diesen Zweck übereignet wurden, sowie den Beiträgen und Spenden seiner passiven Mitglieder bereitgestellt. Die aktuelle Mitgliederzahl betrage hier 468 Personen, wobei die Tendenz rückläufig sei. Für die Unterstützung dieser Mitglieder bedankte sich Pollicino herzlich. Ein Dankeschön galt ebenfalls der Kinder- und Jugendfeuerwehr, der Ehren- und Altersabteilung und der Einsatzabteilung für deren Hilfe im vergangenen Jahr, sowie dem Stadtbrandinspektor Bayer samt Bürgermeister Koch und städtischen Gremien für deren Unterstützung.

Im weiteren Verlauf des Abends wurden eine überarbeitete Satzung und eine neue Ehrenordnung verabschiedet. Dies war nötig gewesen, da das Amtsgericht eine Anpassung nach BGB §26 verlangte. In diesem Zug konnte durch eine Komplettüberarbeitung die Satzung flexibilisiert, Bürokratie abgebaut und die Ämtervergabe individueller sowie demokratischer gestaltet werden. Durch die Ehrenordnung wurde eine Regelung geschaffen, die es so bisher nicht gab. Dementsprechend sind nun Ehrungen für aktive und passive Mitglieder von Seiten des Vereins möglich.

In den Ansprachen dankten die Redner den Aktiven für Ihren Einsatz im vergangenen Jahr. Bürgermeister Patrick Koch versicherte dabei seine volle Unterstützung. Oliver Hegemann unterstrich dabei nochmals die bessere Stimmung innerhalb der Gremien und plädierte auch in Zukunft zusammen anstatt übereinander zu reden. Er hob ebenfalls die vielen ehrenamtlichen Stunden hervor, die die Stadt finanziell sehr entlasten würden.

 

(fkr/the)

 

Statistik

Heute 49

Gestern 60

Woche 424

Monat 2082

Insgesamt 307877