„Verkehrsunfall – Pkw gegen Baukran - Person klemmt, weitere Lage unklar“

So lautete das Stichwort für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Pfungstadt-West zur Einsatzübung am Montag den 23.05.2011. Zuerst wurde, wie im Alarmplan vorgesehen, das TLF 16/25 sowie der KdoW als Führungsfahrzeug aus dem Bereitstellungsraum an die Übungsunfallstelle auf dem Übungsgelände der Feuerwehr Pfungstadt-West geordert.

Vor Ort stellte sich dem Zug- und Gruppenführer folgende Lage dar: Ein PKW war gegen einen Baukran gefahren und der Fahrer war eingeklemmt. Weiterhin befand sich auf dem Baukran in einer Höhe von ca. 6m eine Person, die zu diesem Zeitpunkt Wartungsarbeiten am Kran durchgeführt hatte. Durch den Unfall wurde ihr Sicherheitsgurt beschädigt und sie traute sich aufgrund des Schocks nicht alleine vom Kran herunter.

Von der Besatzung des TLF machte sich umgehend eine Person mit Absturzsicherungsausbildung zur zum Aufstieg auf den Kran fertig, während eine weitere Person versuchte von unten Kontakt zu der Peron auf dem Kran herzustellen und diese zu beruhigen. Der Rest der Besatzung begann mit den Vorbereitungen zur Rettung des im Fahrzeug eingeklemmten Fahrers. Das Fahrzeug wurde fachgerecht gesichert und es wurde eine Geräteablage vorbereitet.

Inzwischen traf auch das zweite Löschfahrzeug(LF8-TH) an der Übungsunfallstelle ein. Nach Absprache der Führungskräfte unterstützte ein Besatzungsmitglied mit Absturzsicherungsausbildung den Kameraden des TLF. Die restliche Besatzung unterstützte bei der Befreiung der eingeklemmten Person. Mittels hydraulischem Rettungsgerät wurde die Fahrertür herausgeschnitten und das Fahrzeugdach auf die Seite geklappt. Anschließend wurde die Person aufgrund der Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule mit dem sog. KED-System (System zur Stabilisierung der Wirbelsäule um weitere Verletzungen zu vermeiden) stabilisiert und vorsichtig aus dem Fahrzeug befreit.

Währenddessen waren die beiden anderen Kameraden bereits bei der Person auf dem Kran angelangt und diese wurde mit Hilfe des Rettungsdreiecks gesichert. Anschließend wurde eine stehende Sicherung mit einem Dynamikseil aufgebaut und die Person vorsichtig nach unten geführt (in der Realität wäre für diese Aufgabe die Höhensicherungsgruppe der BF Darmstadt alarmiert worden, da die freiwilligen Kameraden lediglich eine Person in der Höhe zu sichern, nicht aber diese aus der Höhe zu retten).

Nach ca. einer Stunde waren beide Personen gerettet und an den „imaginären“ Rettungsdienst übergeben.

Anschließend wurde die Übung besprochen und überlegt, an welchen Stellen noch Optimierungspotential gewesen wäre, denn dazu sind schließlich die Übungen da, um gelerntes zu wiederholen, anzuwenden und eventuelle Fehler auszumerzen.

An dieser Stelle vielen Dank an Alexander Rau für die Ausrichtung und Vorbereitung der Übung, sowie an Lena Mayer und Peter Becker für die realistische Darstellung der Unfallopfer.