26 | 05 | 2018
Einsätze

27.03.2018 Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Stadt Pfungstadt

Größte Organisationseinheit der Stadt Pfungstadt zieht Bilanz bei der Jahreshauptversammlung

Am Freitag, den 23.03.2018, fand die gemeinsame Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Stadt Pfungstadt statt. Im Mittelpunkt stand dabei der Jahresbericht von Stadtbrandinspektor Gerhard Bayer zum Jahr 2017, in dem er unter anderem kritisierte, dass die Fachkompetenz der Wehren durch Teile der Kommunalpolitik diskreditiert werde.

180326 JHV 2018 Titelbild HP

Zu Beginn seines Berichts erinnerte Bayer kurz an die massiven Probleme bezüglich der Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes. Die Stimmung habe sich seitdem, auch durch lösungsorientierte Kompromisse und zunehmend sachliche Diskussionen, zwar verbessert, sei aber immer noch belastet. Vor allem durch das konsistente Aberkennen von Fachkompetenz sei man auf Seiten der Freiwilligen Feuerwehr verärgert. So würden selbst grundsätzliche Aussagen von fachkundigen Feuerwehrangehörigen zur Organisation, von einigen Personen in der Kommunalpolitik, barsch zurückgewiesen.
Nichtsdestotrotz konnten in vielen Verhandlungen Erfolge erzielt werden, die die Feuerwehr und, da sie die größte städtische Organisationseinheit verkörpert, die Stadt Pfungstadt voranbringen: Beispiele seien hier zum einen die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans durch die Wehr mit einer externen Begleitung und „Qualitätssicherung“, anstatt der vollständigen Vergabe dieser Aufgabe. Zum anderen würde der grundsätzliche Bedarf an Kleinfahrzeugen für Dienstzwecke anerkannt und seitens der Feuerwehr bemühe man sich um die Verlängerung der Laufzeiten. Um die Kommunikation in Zukunft zu verbessern, hält Bayer eine „Brandschutzkommission“ für sinnvoll. Diese Kommission solle aus Mitgliedern der Feuerwehr, des Magistrats und den Fraktionen bestehen und feuerwehrbezogene Themen intensiv besprechen. Ein solches Gremium würde Missverständnissen vorbeugen, den Austausch fördern und bessere Lösungen für Pfungstadt ergeben. Als Voraussetzung müsse jedoch Einigkeit darüber bestehen, dass fachliche Erörterungen mit der Politik maßgeblich in dieser Beratungsinstanz angesiedelt seien.

Im Verlauf der Sitzung erwähnte Bayer ebenfalls die Vorstellung eines neuen Fahrzeugkonzeptes für beide Feuerwehrstandorte. Dieses Konzept sei sowohl durch Innenministerium als auch Landkreis ausdrücklich gelobt und als förderungsfähig eingestuft worden. Er gehe dementsprechend positiv in die Gespräche mit der Stadt, deren Gremien und die darauffolgende Ausschreibung.

„Der Ausbildungsstand der Wehr ist im Wesentlichen gut“, so Bayer. Jedoch machte er auch darauf aufmerksam, dass mehr LKW-Führerscheine durch die Stadt finanziert werden müssten, um sicher zu stellen, dass „Feuerwehrfahrzeuge im Einsatzfall auch bewegt werden können“. Weiterhin forderte er mehr Engagement der Kommune bei der Mitgliedergewinnung. So ging die Zahl der Einsatzkräfte am Standort Pfungstadt-West im letzten Jahr um 20 % zurück (gesamt: 8 %). Hier seien konstruktive Gespräche und Ideen gefragt, wofür sich etwa eine „Brandschutzkommission“, wie oben beschrieben, vielleicht eigne.

Bei einem Blick auf die statistische Auswertung der Feuerwehr Stadt Pfungstadt zum 31.12.2017, ergibt sich ein Personalbestand von 126 Einsatzkräften, die im vergangenen Jahr 214 Einsatzstellen abarbeiteten, was einem Einsatzstundenwert von 3.801 Stunden entspreche. Bezogen auf einige erwähnte Beispieleinsätze des letzten Jahres betonte der Stadtbrandinspektor, dass Flexibilität heute mehr denn je gefragt sei, da unterschiedlichste Einsätze mit diversen Anforderungen auf die Einsatzkräfte zukämen. Besonders heraus stach die Steigerung der Unterstützungen des Rettungsdienstes von 250 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei sei kritisch zu sehen, dass die Alarmierungen vielfach nicht auf benötigte Feuerwehrtechnik (z.B. Drehleiter/ Teleskopmast) zurückzuführen seien, sondern schlicht „Manpower“ oder die Absicherung an einer Unfallstelle angefordert werde. Dies seien nicht originäre Aufgaben der Feuerwehr. Zum einen könne man derartige Einsätze im Gegensatz zum Rettungsdienst nicht abrechnen, da „Menschenrettungen“ per Gesetz kostenfrei seien, zum anderen dürfe die Feuerwehr, ebenfalls laut Gesetz, nur Unfallstellen absichern, an denen Sie auch zur Hilfeleistung tätig werde. Hier sieht Bayer die ehrenamtlichen Helfer der Feuerwehr als Lückenbüßer für mangelnde Kapazitäten bei Polizei, Rettungskräften und Straßenbaulastträgern.

Zum Abschluss dankte Bayer vor allem den Vereinen, ihren fördernden Mitgliedern und ihren Spendern für die Unterstützung. Ohne die Förderung durch diese wären viele „Beschaffungen“ nicht oder nicht im umgesetzten Umfang möglichen gewesen. Neben den Kameradinnen und Kameraden im Allgemeinen, sowie den Funktionsträgern im Speziellen dankte er ebenfalls Bürgermeister Patrick Koch samt Ordnungsamtsleiter Reiner Maurer und den weiteren Funktionsträgern in der Stadtverwaltung für die gute Zusammenarbeit. Er hoffe auch, dass der erkennbare positive Trend in der Zusammenarbeit mit Magistrat und Stadtverordnetenversammlung weiter anhalte.

Im Verlauf des Abends stellte auch Stadtjugendfeuerwehrwart Patrick Spiller seinen Bericht vor. Er könne auf ein Jahr zurückblicken, in dem die beiden Jugend- und Kinderfeuerwehren viel erlebt hätten. Heraus steche dabei die bestandene Leistungsspange, das Leistungsabzeichen der deutschen Jugendfeuerwehr, die eine gemischte Gruppe beider Standorte verliehen bekamen.
Ebenso wies Spiller darauf hin, dass die Pfungstädter Jugendfeuerwehren erneut mit dem Qualitätssiegel der Kreisjugendfeuerwehr zertifiziert seien. Dieses Qualitätssiegel bestätige, dass die Jugendarbeit durch feuerwehrtechnisch und pädagogisch geschulte Betreuer durchgeführt werde.
In Kinder- und Jugendfeuerwehr befanden sich zum Jahresende 83 Mitglieder, von denen die Kinderfeuerwehr 39 Mitglieder zählte. Dabei stellte er die Bedeutung der Kinderfeuerwehr heraus: Hier würde mit allgemeiner pädagogischer Jugendarbeit viel Wert daraufgelegt, dass bereits die Jüngsten in der Feuerwehr lernen, dass Vertrauen und Zusammenarbeit Spaß mache und zum Erfolg führe.

Beförderungen und Ehrungen standen wie jedes Jahr auf der Tagesordnung: Anerkennungsprämien des Landes Hessen erhielten Florian und Michel Kramer für 10 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. Markus Bartolowitsch und Patrick Spiller erhielten die Prämie des Landes für 20 Jahres aktiven Dienst. Doppelt so lange leisten Peter Huber und Udo Wölki ihren Dienst bei der Feuerwehr Stadt Pfungstadt. Sie bekamen die Anerkennungsprämie für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst überreicht. Im Nachgang zu den Hauptversammlungen der Standorte wurde Daniel Schmeichel vom Ober- zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Maurice Sports, der zweite stv. Stadtbrandinspektor, wurde vom Hauptlöschmeister zum Brandmeister befördert. Die Ehrungen des Abends wurden durch die Kreisjugendfeuerwehrwartin Carina Hoeft vollzogen, die in Ihrer Funktion auch stellvertretend für den Kreisbrandinspektor erschienen war. Sie unterstrich die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Pfungstadt als zuverlässiger Ansprechpartner sowie das besondere Engagement im Bereich der „Kritischen Infrastrukturen“ und dem „Freiwilligen Sozialen Jahr“. Unter Würdigung von langjähriger und hervorragender Jugendarbeit wurde Michael Koch, ehem. stv. Jugendfeuerwehrwart aus Pfungstadt-West, mit der Floriansmedaille in Silber geehrt. Ebenso engagiert, aber in übergeordneter Funktion als Stadtjugendfeuerwehrwart, wurde auch Patrick Spiller mit der Floriansmedaille in Silber geehrt. Dominik Kainz-Amann erhielt das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Bande für 25 Jahre aktiven und pflichttreuen Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr.

Auch viele Gäste durften bei der Versammlung begrüßt werden. Neben Vertretern von Stadtverwaltung, Landkreis, Bundeswehrfeuerwehr, Technischem Hilfswerk und Deutschem Roten Kreutz, freute sich Stadtbrandinspektor Bayer insbesondere über die große Anzahl an politischen Vertretern. Er wertete dies als Interessenbekundung an der Feuerwehr und deren Problemen.

Seitens der Stadtverwaltung dankte zunächst Bürgermeister Koch für die Leistung aller Einsatzkräfte im Jahr 2017 und zeigte Verständnis über Ärger und Frust der vergangenen 15 Monate. Daneben betonte er, „die Wertschätzung durch mich und auch den Magistrat sei euch sicher“. Auch Ludwig Ganzert, Fraktionsvorsitzender der SPD, ergriff das Wort: Mit Dank und Wissen über das Engagement aller Feuerwehrabteilung bat er dennoch um Differenzierung bei der Verwendung des Begriffs der „Politik“. So stehe die SPD-Fraktion nach wie vor für vernünftige Ausrüstung und Arbeitsbedingungen und gegen die Sperrung von Haushaltsmitteln. Politische Diskussionen um den Haushalt wie 2017 seien aber gut, weil dadurch politische Positionen deutlich und Bürger einbezogen würden. Bayer merkte diesbezüglich an, dass seine Ausführungen nicht als Generalschelte an die Politik zu verstehen seien, sondern eine Unterscheidung insbesondere zwischen Problemen der Vergangenheit mit einzelnen Parteien und Aufgaben der Zukunft als Herausforderungen an alle politischen Parteien bereits im Bericht vorgenommen sei. Den Abschluss bildete Ordnungsamtsleiter Mauerer: Er dankte für die vergangene und zukünftige Arbeit, insbesondere den vier hauptamtlichen Kollegen durch deren Verwaltungstätigkeit auch geringe Einnahmen generiert würden.

 

180323 Fw. Stadt Pfungstadt Gruppenbild gem. JHV Titelbild

Beförderte und geehrte Feuerwehrangehörige und Funktionsträger

Von links nach rechts: Daniel Schmeichel, 1. stv. Stadtbrandinspektor Peter Huber, Kreisjugendfeuerwehrwartin Carina Hoeft, Michael Koch, Patrick Spiller, 2. stv. Stadtbrandinspektor Maurice Sports, Florian Kramer, Michel Kramer, Wehrführer Pfg.-West Rainer Graf, Dominik Kainz-Amann, Stadtbrandinspektor Gerhard Bayer.

 

(the/ fkr)

 

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