




Auch in Pfungstadt und der Region kommt es regelmäßig zu Wald- und Vegetationsbränden. Besonders trockene Witterungsphasen, steigende Temperaturen und Wind begünstigen die Entstehung und Ausbreitung von Bränden. [1] Die Waldbrandsaison beginnt daher bereits offiziell im März und dauert bis Oktober an. [2] Laut Umweltbundesamt ist menschliches Handeln die häufigste Ursache von Waldbränden, sofern eine Ursache ermittelt werden kann. [3] Maßnahmen zur Waldbrandvorbeugung und eine leistungsfähige Ausstattung der Feuerwehren sind daher von besonderer Bedeutung.
Um für diese Einsatzlagen noch besser gerüstet zu sein, erweitert die Feuerwehr Stadt Pfungstadt ihre Ausstattung in diesem Sommer gezielt um ein neues Waldbrandmodul.
Brände treten häufig in Wäldern mit Kiefern oder Fichten auf. Diese sind vergleichsweise licht, befinden sich oft auf sehr trockenen Sandstandorten und weisen eine dicke Nadelstreuschicht auf dem Waldboden auf. [3] Im Brandfall ist die Feuerwehr gefordert, die Brände zu bekämpfen sowie Gefahren für Waldökosysteme und die menschliche Infrastruktur abzuwehren und zu minimieren. Für diesen zunehmend relevanten Einsatzschwerpunkt ist die Feuerwehr Stadt Pfungstadt grundsätzlich solide aufgestellt: Im Bereich der persönlichen Ausstattung wurden die Feuerwehrangehörigen beider Standorte bereits 2024 mit ergänzender Einsatzkleidung, der sogenannten Waldbrandbekleidung, ausgestattet. Diese ist unter anderem für Einsätze bei hohen Außentemperaturen ausgelegt und kann auch bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt werden.
Im Bereich der Fahrzeugausstattung stehen im Rahmen des Fahrzeugkonzeptes verschiedene Fahrzeuge zur Verfügung, die Wasser und Ausrüstung auch zu abgelegenen und nur über geländegängige Fahrzeuge erreichbaren Einsatzstellen transportieren können. Denn anders als im Ortsgebiet, wo ein dichtes Hydrantennetz vorhanden ist, steht im Wald in der Regel keine fest installierte Wasserversorgung zur Verfügung. Das benötigte Löschwasser muss daher häufig zur Einsatzstelle transportiert werden. Hierzu fahren Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr zwischen Einsatzstelle und Wasserentnahmestelle oder es werden Schlauchleitungen über lange Wegstrecken aufgebaut.
Eine der größten Gefahren für Einsatzkräfte bei Waldbränden ist die schnelle Ausbreitung des Feuers. Diese wird maßgeblich durch Windstärke und Windrichtung beeinflusst. Bereits kleine Änderungen können dazu führen, dass sich ein Brand rasch ausbreitet oder seine Richtung verändert. Darüber hinaus stellt insbesondere in der Anfangsphase die Lokalisierung des Brandes eine Herausforderung dar. In weitläufigen und unübersichtlichen Waldgebieten muss die Brandstelle zunächst gefunden werden, was mit Großfahrzeugen mitunter schwierig sein kann.

Genau für diese Anforderungen hat die Feuerwehr Stadt Pfungstadt vor Kurzem ein neues Waldbrandmodul für ein bereits am Feuerwehrstandort Mühlstraße vorhandenes geländegängiges Kleinfahrzeug beschafft und nach Abschluss der Ausbildung kürzlich in Dienst gestellt.

Bei dem sogenannten Waldbrandmodul handelt es sich um ein Lademodul, das im Wesentlichen aus einem 500-Liter-Wassertank, einer Pumpe mit Schaumzumischsystem, Schläuchen, Strahlrohren sowie weiteren Armaturen und weiterer Schutzausrüstung besteht. Das Modul wird auf der Ladefläche eines geländegängigen Pick-up-Fahrzeugs auf einem Schwerlastauszug transportiert. Dieser wurde von Feuerwehrangehörigen selbst auf- und eingebaut, sodass lediglich das Modul als separate Einheit von einem Fachbetrieb gefertigt werden musste. Die Stadt Pfungstadt investierte als Träger der Feuerwehr hierfür nur rund 15.600 Euro in diese von der Feuerwehr konzipierte Variante und sparte damit städtische Gelder in knapp vierfacher Höhe gegenüber einem alternativen Komplettsystem.
Das Fahrzeug rückt beim Einsatzstichwort „Waldbrand“ mit einer kleinen Besatzung aus Fahrer und Fahrzeugführer als erstes Fahrzeug an die Einsatzstelle aus. Dadurch kann die Lage frühzeitig erkundet und an nachrückende Einsatzkräfte kommuniziert werden. Kleinere Brände im Entstehungsstadium können zudem bereits mit den an Bord befindlichen Einsatzmitteln bekämpft werden. Fahrzeug und Modul sollen sich insbesondere in den Pfungstädter Waldgebieten bewähren. Die Waldareale werden unter anderem durch Totholz zunehmend enger und sind selbst für die in Pfungstadt vorhandenen, sehr wendigen Tanklöschfahrzeuge teilweise nur eingeschränkt befahrbar. Gleichzeitig ist bei Waldbränden die Zeit bis zum Beginn erster Löschmaßnahmen von entscheidender Bedeutung. Insbesondere trockenes Gras kann eine Brandausbreitung erheblich beschleunigen.
Angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen und damit verbundenen Wald- und Vegetationsbränden steigert das neue Modul zugleich den Einsatzwert des bereits seit 2023 vorhandenen Universalfahrzeugs, eines Ford Ranger Pick-up. Das Fahrzeug verfügt nun über insgesamt drei Einsatzmodule:
Die geplante zusätzliche Beladung mit dem Waldbrandmodul brachte das vorhandene Fahrzeug jedoch an die Grenze seiner zulässigen Gesamtmasse. Hier konnte der Förderverein der Feuerwehr einen wichtigen Beitrag leisten. Bereits zuvor finanzierte der Förderverein mit rund 3.800 Euro eine technische Nachrüstung zur Erhöhung der zulässigen Zuladung. Damit wurde die Voraussetzung geschaffen, den Einsatzwert des Fahrzeugs nachhaltig zu steigern und das neue Waldbrandmodul sicher zu betreiben.
[1] Wald.de: Waldbrand, https://www.wald.de/forstwirtschaft/waldbrand (abgerufen am 18.08.2026)
[2] HessenForst / Landwirtschaft Hessen: Waldbrandgefahr, https://landwirtschaft.hessen.de/wald/klimastabiler-wald/waldbrandgefahr (abgerufen am 18.08.2026)
[3] Umweltbundesamt: Waldbrände, https://www.umweltbundesamt.de/daten/umweltzustand-trends/land-forstwirtschaft/waldbraende#waldbrnde-und-ihre-auswirkungen (abgerufen am 18.08.2026)
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